Auf Initiative der Freien Waldorfschule Hildesheim haben sich am 13.06.2013 zwei Vertreter der Schule der Ratsfraktion vorgestellt. Nach einem Vortrag über Aktuelles und Zukunftsperspektiven folgte ein beiderseitiger Austausch zu verschiedenen die Schule betreffenden Themen.
Zu der CDU-Fraktionssitzung am 13.06.2013 waren zwei Vertreter der Freien Waldorfschule Hildesheim zu Gast. Herr Hamelmann und Frau Domning haben über die Arbeit an der Schule, die Finanzierung und die aktuellen Probleme referiert. Anschließend haben sich beide Seiten rege ausgetauscht.
Bei der Freien Waldorfschule handelt es sich um eine elterngetragene Schule mit einem eingetragenen Verein im Hintergrund. Im gesamten Bundesgebiet werden bis zu 220 Waldorfschulen betrieben. Wirtschaftlich betrachtet ist die Schule ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 60 Mitarbeiter.
378 Schülerinnen und Schüler aller gesellschaftlichen Gruppen werden aktuell auf der Waldorfschule unterrichtet. 196 Schüler stammen aus dem Stadtgebiet, 149 aus dem Landkreis sowie 33 aus anderen Landkreisen. Sie beginnen ihre schulische Laufbahn in der ersten Klasse und können nach 13 Jahr ihr Abitur ablegen. Dies ist jedoch nicht zwangsläufig, auch die übrigen Schulabschlüsse können erreicht werden.
Mitunter werden 35 Schüler pro Klasse unterrichtet. Das hört sich auf den ersten Blick viel an. Es muss jedoch beachtet werden, dass der Fachunterricht in Gruppen von 12 – 18 Schülern abgehalten wird. Daher findet auch viel auf Gruppenebene statt, was vor allem aus sozialer und pädagogischer Sicht von Vorteil ist.
Die Waldorfschule wird von ihrem Dachverband nicht finanziell unterstützt. Im Gegenteil ist es so, dass die Schule sogar Gelder dahin abführen muss. 66 Prozent der Kosten werden über öffentliche Zuschüsse abgedeckt. Hinzu kommen die restlichen 34 Prozent aus Elternbeiträgen und Spenden. Der Schulbeitrag der Eltern wird einkommensabhängig festgelegt. Eine extra aus dem Schulverein geschaffene Gruppe verhandelt mit den Eltern den individuellen Beitrag aus. In der Vergangenheit wurde noch kein Kind aus finanziellen Gründen abgelehnt.
Pro Jahr erhält die Schule von der Stadt einen jährlichen Zuschuss pro Schüler. Aktuell steht im Raum, dass der Landkreis seine Zuschüsse kürzen möchte. Dem würde sich die Stadt vermutlich anschließen, da dies Bestandteil des neuen Finanzvertrages zwischen beiden Behörden sein könnte. Aus Sicht des Schulvereins kann eine solche Kürzung nicht durch die Erhöhung des Elternbeitrages aufgefangen werden. Bei einer Zuschusskürzung wäre folglich mit einer Kürzung des Leistungsumfanges zu rechnen. Zudem ist es so, dass die konfessionellen Schulen ein besseres Standing und eine wesentlich bessere Verhandlungsposition haben als die Waldorfschule.
Seit 1993 ist die Schule am Propsteihof beheimatet und liegt auf einem Erbbaugrundstück der Stadt. Notwendige Ausgaben für Sanierung und Instandhaltung der Gebäude können in der Regel nur mit größter Anstrengung und über Eigenleistung erwirtschaftet werden. Daraus resultiert ein Sanierungsstau.
Die Schule sieht sich als Teil der in Hildesheim hervorragend aufgestellten und verschiedenartigen Schullandschaft. Sie stellt für Hildesheim einen besonderen Standortvorteil dar und möchte noch lange vor Ort tätig sein.
Nach dem Vortrag und dem Austausch ist für beide Seiten hängen geblieben, dass der Kontakt aufrecht erhalten werden soll. Zudem ist auch klar, dass man sich bei Problemen rechtzeitig austauschen möchte.
Nähere Informationen zur Freien Waldorfschule finden Sie
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